

Diabetes entwickelt sich immer mehr zu einer Volkskrankheit – und zwar keineswegs nur in Deutschland, sondern weltweit. Rund um den Globus ist die Zahl der Betroffenen in den letzten 20 Jahren von etwa 30 Millionen auf 230 Millionen angestiegen. Für die kommenden 20 Jahre wird eine weitere Zunahme auf 350 Millionen Diabetiker vorausgesagt.
Während die Forschung weiterhin fieberhaft nach den Ursachen und neuen Therapieformen für Typ 1 sucht, liegen die Ausbreitung von Typ 2 nicht in der Verantwortung der Experten: Hier ist in erster Linie ein Umdenken in Sachen Lebensstil erforderlich, das jeden einzelnen von uns herausfordert. Denn die früher als „Alterszucker“ bezeichnete Insulinresistenz hat längst die Grenzen zwischen den Generationen übersprungen, wird zunehmend zum Problem übergewichtiger Jugendlichen und damit zu einer tickenden Zeitbombe für das Gesundheitssystem kommender Jahre. Ebenso macht Typ 2 als eine typische „Segnung“ unserer bewegungsarmen, „satten“ Zivilisation auch vor den Grenzen zwischen Ländern und Kulturen nicht mehr halt. Die höchsten Zuwachsraten an Erkrankten haben die großen Schwellenländer Asiens, China und Indien!
Was all diese Fakten für die Lebensführung des einzelnen bedeuten, wie Vorbeugung und Früherkennung heute möglich sind und wo man aktiv mitarbeiten und helfen kann – das sind die Themen der aktuellen Ausgabe des Diabetiker ABC (15. überarbeitete Auflage). Sie spannt einen weiten Bogen von Fragen des persönlichen Krankheitsmanagements bis hin zur weltweiten Herausforderung „Diabetes“. Neben Informationen und Zahlen finden Sie Neues und Ermutigendes aus der Forschung, viele praktische Tipps für mehr Lebensqualität und Genuss im Alltag sowie Berichte über Initiativen, die Mut machen.
Apropos Mut: Neben Ihrem behandelnden Arzt sind Ihr Apotheker und Ihre Apothekerin wichtige Ansprechpartner und „Mutmacher“, wenn es um Ihr Leben mit Diabetes geht. Wenden Sie sich mit allen Fragen – auch denen, die sich aus dem Diabetiker ABC ergeben – vertrauensvoll an diese Experten ganz in Ihrer Nähe!
Eine Insulinresistenz führt in fast allen Fällen zu einem Diabetes Typ II und ist das erste Warnsymtom für diese sich anbahnende Stoffwechselstörung. Ursache sind Übergewicht und Bewegungsmangel als Folge unserer Wohlstandsgesellschaft. Je ausgeprägter eine Fettleibigkeit ist, desto mehr Insulin wird benötigt, um einen normalen Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten. Infolge der "Überernährung" steigt die Glucosekonzentration des Blutes an, was wiederum eine gesteigerte Insulinausschüttung auslöst, da das Insulin die Zucker- und Fettaufnahme in die Zelle fördert. Fatalerweise werden die Zellen durch das Überangebot an Insulin im Laufe der Zeit immer weniger empfindlich für das Hormon. Glucose und Fette können nicht mehr ausreichend verarbeitet werden, was wiederum eine weitere Steigerung der Insulinausschüttung zur Folge hat. Ein Teufelskreis bahnt sich an, an dessen Ende sich ein Typ II-Diabetes manifestiert.
Eine spannende Lektüre und alles Gute für Ihre Gesundheit wünscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Redaktion